Trachten und Kostüme

Da sich unsere Tanzgruppe vor allem mit der deutschen Folklore beschäftigt und wir uns als berlin-brandenburgische Tanzgruppe verstehen, kommt unsere Haupttracht aus dem Fläming. Die Tracht wurde mit Hilfe einer Schneiderin und mit viel Eigenleistung unserer Frauen gefertigt. Die Flämingtracht tragen wir überwiegend zu den deutschen Volkstänzen aus unserem Programm. Hier eine Beschreibung:

Flämingtracht
Frauentracht
Die Tracht kommt aus dem Fläming - dem ehemaligen Kreisgebiet von Jüterbog-Luckenwalde-Bährwalde-Dahme - einer Region im Land Brandenburg südlich von Berlin. Die Tracht datiert aus dem 19. Jahrhundert. Die Entwicklung der Tracht ist eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Region verbunden. Das Weben aus Wolle und Leinen war mühselig, deshalb kaufte man oft auch Tuch. Die Tuchindustrie entwickelte sich damals in der Gegend um Jüterbog zu hoher Blüte. Es gibt viele Hinweise, wie die Tracht im Laufe der Zeit einen Wandel durchlief. Dabei bildete sich schließlich die „Staatstracht“ heraus: roter Rock und grüne Schürze. Die Röcke reichten bis zur halben Wade. Diese Farben trugen später die bis zu 45-Jährigen, die Frauen über 45 trugen grüne Röcke und eine lila-blaue Schürze. Die bis zu sieben Reihen ansteigenden Perlen- und Flitterborten, die farbigen Litzen und schwarzen Samtblenden an der Staatsschürze waren der Stolz der Flämingerin. Viele fahrende Händler boten unter anderem Bänder, Borten, Knöpfe und Perlen an. Je mehr „Streifen“ speziell die Schürze aber auch der Rock hatten, desto reicher war die Trägerin. Zum Schmuck gehörten auch die Liefbänder darüber: rote und lila Blumen aus Seide für den roten Rock, grüne, weiße und blaue Blumen für den grünen Rock. Ein schwarzes Samtmieder, eine weiße Bluse und Tücher mit einem Rosenmuster, das etwas über die Schulter reichte, vervollständigten die Tracht. Die Farbe der Strümpfe wechselte ebenfalls oft. Auch bei den Schuhen gab es viele Varianten. Zeitweise waren zum Beispiel bestickte Pantoffeln oder Schnürstiefel in Mode.
Das Sprichwort: „Ist die Schürze länger als der Rock, stammt die Frau aus Jüterbog“, haben wir für das Schneidern unserer Tracht nicht wörtlich genommen. Die Schürzte endet bei uns mit dem Rock. Die schwarze Samthaube mit Perlen und Bändern ist auch eine Abwandlung für die heutige Zeit. Das schwarze Samtband für den Hals kann mit Perlen bestickt sein und ein Kreuz oder Herz als Anhänger haben. Das Halsband wird im Nacken verhakt. Bei festlichen Gelegenheiten legte man Glas- oder Wachsperlenschnüre oder auch Karellenketten an, Das sind undurchsichtige bunte Glasperlen. Wer es sich leisten konnte, trug wertvolle Schmuckketten zum Beispiel mit Silber und echten Perlen.
Ein Knuspelband das hinten am Halsband befestigt wurde, gab es auch. Das Knuspelband war aus schwarzem Samt und mit silberglänzenden Stäbchenperlen reich bestickt. Später waren viele dieser Details nicht mehr üblich.
Frauen trugen früher eine Schwuppjacke und Männer eine Joppe. Auch das fiel im Laufe der Zeit weg.
Zu Kirchenfesten, zum Totensonntags-Abendmahl und zu bestimmten Feiertagen wurden schwarze Tuchröcke getragen. Bei Trauer waren für jedes Lebensalter schwarzweiß gestreifte Röcke Vorschrift.
Frauen trugen einen Muff, der im Sommer zur Aufbewahrung von Utensilien diente und im Winter die Hände wärmte. Auch hier gab es dann eine Abwandlung. Es wurde dann ein Pompadour getragen. Das ist ein schwarzer Beutel aus Samt, der auch mit Perlen bestickt war. An beiden Enden befand sich eine Kordel zum Zusammenziehen.

Männertracht
Es ist anzunehmen, dass die Männertracht aus einer friderizianischen Uniform hervorging. Bis 1860 wurden Kniehosen getragen, nach 1870 lange gefärbte blaue Leinenhosen. Dazu gehörte auch ein gewebter Leinwandrock mit langen Schößen, Achselstücken und verziertem Kragen und Ärmeln, Silber- und Messingknöpfen. Nach 1870 bürgerte sich auch hier der blau gefärbte Leinwandrock ein. Später kamen grüne und blaue Joppen auf. Es gab auch schwarze Samtwesten mit farbigen Punkten. Sie wurden von zwei Knopfreihen aus Horn, Silber oder Messing verziert. Viele Varianten waren möglich. Es gab auch lange schwarze Manchesterhosen und schwarze Stiefel. Eine runde Kappe mit Troddeln aus blauem Tuch oder schwarzem Samt gehörte ebenso zur Männertracht.
Unsere Männer tragen lange schwarze Leinenhosen und eine schwarze Samtweste mit Messingknöpfen. Männer trugen eine runde Kappe aus dunkelblauem Tuch mit Troddel. Auch schwarzer Samt wurde verwendet. Früher trug man auch Schirmmützen, die wegen ihrer Rundung auch Tellermützen genannt wurden. Um den Hals wurden schwarze Seidentücher gelegt und vorne geknotet. Auch hier ähnelten sich die Trachten aus der Luckenwalder Niederung und dem benachbarten niederen Fläming, sowie den angrenzenden Bezirken und dem Dahmeland. Vieles ging ineinander über im Ländchen Bärwalde.

Für unsere mexikanischen Tänze und den amerikanischen Square Dance tragen wir ein mexikanisches Kostüm.

 

Mexikanisch
Das mexikanische Kostüm, das aus Nordmexiko kommt, haben wir uns überwiegend selber genäht. Bei den Frauen dominieren die farbenfrohen Röcke. Bei den flotten mexikanischen Volkstänzen , die wir im Programm haben, ergibt sich auf der Bühne ein schwungvolles Bild. Die Blume im Haar setzt das I-Tüpfelchen.
Die Männer tragen weiße Hemden und Hosen, haben eine rote Schärpe um die Hüfte und ein rotes Tuch um den Hals. Auf dem Kopf tragen sie den typischen mexikanischen Strohhut.
Für die schottischen Tänze tragen wir ein selbst geschneidertes schottisches Kostüm.

 

 

 

 

 

 

 

Schottisch
Die Männer tragen zu den schottischen Volkstänzen einen Kilt. Der Kilt ist ein aus Wolle gewebter knielanger Wickelrock mit dem typischen schottischen Karomuster. Traditionell ist der Kilt den Männern vorbehalten, Frauen tragen dagegen kiltähnliche weiße Röcke und eine Schärpe (Plaid) im Muster des Partners mit dem sie tanzt. Die Männer tragen die typischen Sporrans (Taschen) um den Bauch und die Socken mit den Flashes (Sockenhaltern).